Buchpräsentation "Who are you?"

Maria ZachNews

Buchpräsentation „Who are you?“: Die eigene Identität als Quelle interner Stärke

Globalisierung und Migration beeinflussen Nationalstaaten in einem noch nie dagewesenen Ausmaß. Während Staaten ständig zunehmende Mobilität und Vielfalt bewältigen müssen, versuchen Menschen, ihre Identität in dieser neuen Welt zu finden. Der neue Sammelband „Who are you – states and the quest for identity“ wurde von fachkundigen Experten, darunter Staatsdruckerei-Geschäftsführer Lukas Praml, verfasst und setzt sich mit Schnittstellen zwischen Identität und Staat auseinander.

Bei der Buchpräsentation am 12. Juni 2017 in der Wiener Secession setzte sich nach der Begrüßung durch Robert Schächter (Österreichische Staatsdruckerei) ein hochkarätiges Podium mit Themen und Thesen des Buches auseinander. Ilan Knapp (Jüdisches Berufliches Bildungszentrum), Susanne Knasmüller (Leiterin der Abteilung Integrationskoordination, BMEIA), Peter Parycek (Donau Universität Krems) und Peter Webinger (Leiter der Gruppe Asyl, Migration und Menschenrechte, BMI) diskutierten unter der Moderation von Nalan Gündüz über das Verhältnis von Staat und individueller Identität und wo sich dabei Schnittpunkte ergeben.

Juristin und Psychologin Susanne Knasmüller betonte, dass Identität ständig im Wandel und Identitätsbildung daher als kontinuierlicher Prozess zu verstehen sei. Vor diesem Hintergrund der gegenwärtigen Dynamiken komme gerade dem Bildungswesen eine bedeutende Rolle zu.

Die Digitalisierung erfordere jedenfalls eine Neufokussierung der Identität, sagte Technologie- und Rechtsexperte Parycek. Es sei die Frage, wer in Zukunft die sichere Feststellung der Identitäten von Bürgerinnen und Bürgern schütze, wobei Hybrid-Modelle zwischen Staat, Wirtschaft und NGOs durchaus denkbar seien.

Identität sei auf individueller Ebene als eine Quelle für innere Stärke und Sinn zu verstehen, unterstrich BMI-Experte Webinger. Auch in einer pluralistischen Gesellschaft muss der Staat gerade in Zeiten des raschen Wandels die Gemeinsamkeiten der Menschen betonen und zu einem für alle akzeptablen Narrativ beitragen. Dabei könnte ein wohlverstandener konstitutioneller Patriotismus einen wertvollen Beitrag leisten. Dieser fußt auf Werten, die aus der Bundesverfassung abgeleitet werden und daher unstrittig sind. Damit kann ein wertvoller Beitrag zur langfristigen Aufrechterhaltung des sozialen Friedens in Österreich erbracht werden